Projekt Gefühlte Wissenschaft – Eine Reise durch die Evolution
Meine Reise in die Wissenschaftskunst, die Science Art, begann vor mehr als vierzig Jahren. Sie ist kein abgeschlossener Weg, sondern ein fortwährendes Suchen, ein Annähern an das Unsichtbare.
Diese Ausstellung möchte nicht erklären. Sie möchte berühren.
Nicht Wissen vermitteln, sondern ein Gefühl wecken für Wissenschaft als ein offenes Feld der Erkenntnis, das weit über das Messbare hinausreicht.
Die Motive meiner Bilder entstammen der Zellbiologie und der Evolution. Doch sie sind keine Illustrationen. Sie folgen keiner didaktischen Absicht. Vielmehr öffnen sie Räume, in denen sich die Ästhetik des Lebendigen entfalten kann, leise, vielschichtig, andeutend. Was sichtbar wird, ist weniger Antwort als Einladung zur Neugier.
„Eine Reise durch die Evolution“ versammelt Arbeiten der letzten Jahre. Jedes Bild markiert eine Spur unserer Entwicklung, vom ersten Entwurf der Zelle bis hin zu Gedanken über eine Zukunft, die sich unserer Vorstellung noch entzieht.
Science Art bewegt sich zwischen Wissen und Empfindung. Sie trägt Information in sich, doch sie spricht in Bildern. Zu viel Erklärung würde ihre Sprache ersticken. Zu wenig würde sie verstummen lassen.
Information ist hier wie ein Hauch von Salz: notwendig, doch nur in dem Maß, das die Wahrnehmung öffnet, nicht überlagert. Erst im Raum der Imagination beginnt das eigentliche Sehen.
Zu jedem Bild tritt daher ein leiser Text, eine poetische Annäherung, begleitet von einer knappen wissenschaftlichen oder philosophischen Spur. Nicht als Anleitung, sondern als Resonanz.
Diese Arbeiten laden dazu ein, Wissenschaft nicht nur zu verstehen, sondern zu empfinden. Vielleicht auf jene ursprüngliche Weise, die jedem Lernen vorausgeht: als Staunen.
Ich erinnere mich an dieses Staunen, an die ersten Schritte in die Welt des Wissens, an die Neugier, die noch nicht geordnet war, an die Vorstellungskraft, die noch keine Grenzen kannte.
Dieses Gefühl ist geblieben.
Und vielleicht lässt es sich teilen